Elementzusammensetzung deutscher Brunnenwässer: Teil 2 – Bedeutung der hydrogeologischen Herkunft
Creators
- 1. Julius Kühn-Institut
- 2. Netzwerk UNESCO Global Geopark Harz · Braunschweiger Land · Ostfalen, Goslar
- 3. Geotechnik Hundhausen GmbH & Co. KG, Ditzingen-Schöckingen
- 4. Institute for Geosciences and Natural Resources
Description
Klassifikationen fassen Individuen mit gemeinsamen
Merkmalen zu zusammengehorenden Einheiten zusam-
men. Im Fall von Brunnenwas
sern sind das insbesondere
Merkmale der stratigraphischen und hydrogeologischen
Herkunft sowie der hydrogeochemischen Typisierung.
Ziel der Studie war es zu untersuchen, inwieweit diesen
Klassifizierungen auch Informationen uber Elemente
zugeordnet werden konnen, die nicht zur eigentlichen
Klassifizierung herangezogen wurden und damit poten-
tiell einen informativen Mehrwert liefern. Dies wurde
unter anderem erlauben, bei Kenntnis der geologischen
Herkunft des Brunnenwassers Ruckschlusse auf dessen
Gute zu ziehen, ohne aufwendige und kostenintensive
Analysen der chemischen Zusammensetzung vornehmen
zu mussen. In dieser ersten von insgesamt vier Publika-
tionen wird untersucht, welche Zusatzinformationen uber
Elementkonzentrationen in Brunnenwassern aus deren
stratigraphischer Klassifizi
erung, also dem Alter des
Wirtsgesteins, gewonnen werden konnen. Datengrund-
lage der Arbeit war eine vom Institut fur Pflanzenbau
und Bodenkunde des Julius Kuhn-Instituts in Braun-
schweig gepflegte Datenbank mit Elementgehalten von
Brunnenwassern an 637 Standorten in Deutschland. Von
insgesamt 67 analysierten Elementen wiesen 22 Elemente
statistisch signifikante Unterschiede in den Gehalten zwi-
schen stratigraphischen Klassen auf. Dabei zeigte sich,
dass sich mehr als die Halfte der Elemente mit erhohten,
das heist uber dem Mittelwert des analysierten Daten-
satzes liegenden Gehalten (Be, Cs, Er, F, Ge, Lu, Mo, Sb,
Si, Tm, U, Yb) und HCO
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–
in den Wassern aus alteren
Gesteinen finden, also in
solchen Brunnen mit Grund-
wasserleitern palaozoischem/proterozoischem Alters. In
Wassern aus geologisch jungsten Gesteinen des Tertiars
und Quartars ist die Schwankungsbreite sehr viel gerin-
ger und die Messwerte fur samtliche untersuchten Ele-
mente weichen nur geringfugig vom Mittelwert ab. Bei
der Verwendung von Wassern aus alteren Gesteinen zur
Beregnung werden essentielle Haupt- und Spurenele-
mente wie B, Ca, Cl, Cu, Fe, K, Mg, Mn, Mo, P, S und Zn,
nutzliche Elemente wie Si, Na und Seltene Erden und
auch gesundheitsrelevante Schadstoffe wie zum Beispiel
Cd, Pb und U eingetragen. Fur diese Wasser ist daher
eine Berechnung der damit verbundenen Schad-
stofffrachten angeraten, um Wirkungen auf Pflanze, Boden
und Grundwasser elementspezifisch abzuschatzen.
Open Access
Licence Attribution (CC BY)
Publisher Website
Access full text
Publication Details
Book
Publisher:
Verlag Eugen Ulmer
Volume:
69
Pages:
393-401
Persistent Identifiers
MAGID
2791467480
DOI
10.1399/jfk.2017.12.01
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